Autor: Daniela Berg 26. Februar 2018

Geomarketing –
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Markt- und Kundendaten als Heatmap-Darstellung

Spätestens seit dem Erfolgszug von GoogleMaps und GoogleEarth – Apps, die heute auf jedem Smartphone zu finden sind – denken wir räumlich-geografisch. Frei zugängliche, digitale Karten helfen uns,  Geschäfte, Attraktionen oder öffentlichen Einrichtungen zu finden. Alltägliche Situationen meistern wir leichter und wichtige Adressen finden wir schneller – gleiches gilt für die Routen- und Reiseplanung. Geografische Abfragen sind aus unserem Alltag einfach nicht mehr wegzudenken.

Doch nicht nur der Ottonormalverbraucher erfreut sich an den mit Informationen gefüllten Karten. Die geografische Verortung von Markt- und Kundendaten – das Geomarketing – ist längst in der Geschäftswelt angekommen. Kleinstunternehmer und Mittelstandsbetriebe profitieren ebenso davon wie große Firmen. Inwiefern? Das klärt der folgende Beitrag.

Was konkret macht Geomarketing?

Geomarketing stützt sich auf geografische Informationssysteme. Unternehmensinterne Daten werden räumlich verortet und mit externen Marktdaten, wie sozioökonomischen Strukturmerkmalen, kombiniert. Das Ergebnis erhalten wir visuell in Karten dargestellt.

Von Unternehmen gefragte Informationen

  • Adressen, Umsätze und weitere Merkmale potentieller Geschäftskunden
  • Standorte und Einzugsgebiete der Konkurrenten
  • Entfernung des eigenen Standorts zu den Bestandskunden
  • Mitarbeiterzahl, Produktpräferenzen und weitere Charakteristika der Partnerbetriebe
  • Umsatzpotential der Verkaufsstellen / Ausprägungen der einzelnen Standorte

Weitere Anforderungen von B2C-Unternehmen

  • Innerstädtische Verteilung der Kaufkraft
  • Regionale Verteilung der Einzelhandelszentralität
  • Altersstruktur, Haushaltsgröße usw.
  • Unterschiede im Konsumverhalten (z. B. wo werden mehr Fahrräder, wo mehr Autos gekauft?)
  • Entfernung der Filialen zu POIs wie Ärztehäusern, Bahnhöfen, Parkhäusern
  • Realisierte Verkäufe in den Filialen während eines bestimmten Zeitraums

Beide Listen ließen sich beliebig erweitert, denn theoretisch können wir alle gewünschten Fragestellungen grafisch darstellen, sofern die benötigten Daten vorliegen.

Welchen Nutzen ziehen wir aus der geografischen Darstellung?

Sobald die digitalen Karten mit den entsprechenden Markt- und Kundendaten gespeist wurden, können wir konkrete Analysen durchführen:

  • Wie groß sind die Einzugsgebiete meiner Filialen?
  • Wo befinden sich die meisten meiner Stammkunden?
  • Wo befindet sich meine Zielgruppe? (beispielsweise je nach Betriebsgröße und Branche)
  • Wo verzeichne ich Umsatzschwächen und -zuwächse?
  • Wo liegen erfolgversprechende neue Standorte?
  • Zu welchen Geschäftspartnern sollte ich meine Beziehung optimieren?

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Dieser Spruch steckt auch im Hinblick auf Geomarketing voller Wahrheit. Indem Unternehmer raumbezogene Sachverhalte darstellen und auswerten, werden sie sich Zusammenhängen und Potentialen bewusst, die sonst gar nicht erkennbar gewesen wären.

Durch die Visualisierung lassen sich also:

Komplexe Zusammenhänge vereinfacht darstellen.

Regionale Besonderheiten besser verstehen.

Ungenutzte Potentiale einfach erkennen.

Märkte gründlich miteinander vergleichen.

Analyseergebnisse schnell kommunizieren.

Neue Marktkenntnisse gewinnen.

Erfahren Sie im zweiten Teil zum Thema Geomarketing, wie Geomarketing-Tools in allen Säulen des klassischen Markting-Mixes neue Einsichten bringen. Im dritten Teil lernen Sie, was Geomarketing für Ihr Kundenbeziehungsmanagement bedeutet.

Ansprechpartner für fachliche Fragen: Oliver Nemeczek
Bildquellen: CAS Software AG